{"id":5794,"date":"2020-12-12T12:19:58","date_gmt":"2020-12-12T11:19:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.boennering.de\/?p=5794"},"modified":"2020-12-12T12:26:26","modified_gmt":"2020-12-12T11:26:26","slug":"weise-worte-eines-gesundheitsministers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.boennering.de\/?p=5794","title":{"rendered":"Weise Worte eines Gesundheitsministers (ein Weihnachtsgru\u00df)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>(von TeeJay)<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p>Was soll man in diesen Zeiten in einen Weihnachtsgru\u00df schreiben&#8230;?<\/p>\n<p>Im letzten Jahr konnte man an dieser Stelle etwas \u00fcber Hoffnung lesen.<br \/>\nHoffnung ist gut und wichtig, und wir werden sie auch nicht verlieren, auch wenn es in diesen Tagen manchmal schwerf\u00e4llt. Die Besch\u00e4ftigung mit der Hoffnung f\u00fchrte recht leicht zum Thema Weihnachten, aber welche Br\u00fccke kann man aktuell schlagen?<\/p>\n<p>Es gibt ein anderes Wort, welches in diesen schwierigen und emotional gef\u00e4hrlichen Zeiten wichtig ist und wohl noch wichtiger werden wird. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat im Fr\u00fchjahr dieses Jahres, unter dem Eindruck der ersten Welle der Pandemie, folgenden Satz gesagt:<br \/>\n\u201eWir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen gelten Politiker nicht als Quelle von zitierf\u00e4higen Weisheiten. In diesem Fall muss man dem Herrn Spahn allerdings Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Weitsicht attestieren. Was genau er gemeint hat, k\u00f6nnen wir in diesen Tagen vor Weihnachten wohl besser verstehen, als im April 2020.<br \/>\nJeden Tag schlagen seitdem die Wellen der Emp\u00f6rung h\u00f6her und der Grad der pers\u00f6nlichen Diffamierungen und Beleidigungen steigt bedenklich an. Nahezu alle Beteiligten des \u00f6ffentlichen Diskurses vergessen im Ringen um die vermeintlich richtige L\u00f6sung irgendwann ihre \u201egute Kinderstube\u201c und auch \u201eOtto-Normalb\u00fcrger\u201c schimpft auf alles und jeden, regt sich auf und verteilt Schuld als g\u00e4be es kein Morgen.<br \/>\nDabei scheinen wir gar nicht zu bemerken, wie dieses Virus unsere Gesellschaft immer mehr spaltet, uns in immer kleinere Gruppen separiert, bis wir am Ende in der totalen Vereinzelung der h\u00e4uslichen und emotionalen Quarant\u00e4ne gefangen sind.<\/p>\n<p>Sollte diese Pandemie dann wirklich einmal vorbei sein, m\u00fcssen wir wieder aus unseren selbst gegrabenen L\u00f6chern steigen und aufeinander zugehen, im Kleinen wie im Gro\u00dfen, in der Familie genauso wie in den gro\u00dfen Institutionen dieser Gesellschaft. Wenn der Pulverdampf sich verzogen hat, wird es wohl tats\u00e4chlich darum gehen, die Scherben des zerbrochenen Zusammenhaltes zusammenzukehren und einander unbedacht Gesagtes zu verzeihen &#8211; zu vergeben.<\/p>\n<p>Vergebung, da haben wir doch unser Wort \u2013 unseren Gedanken!<br \/>\nUnd was f\u00fcr einen!<\/p>\n<p>Vergebung ist in allen drei abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) wahrscheinlich die wichtigste Eigenschaft des einen Gottes. Vergebung bestimmt die Beziehung von Gott zu den Menschen und sollte auch die Beziehungen untereinander grundlegend leiten. Nun ist viel passiert seit den Zeiten Abrahams, und nicht zuletzt die Aufkl\u00e4rung hat bei den Christen zu anderen An- und Einsichten im Verh\u00e4ltnis zwischen Gott und den Menschen gef\u00fchrt.<br \/>\nIn den Beziehungen zwischen den Menschen allerdings ist der Begriff geblieben, denn die Philosophie hat die Vergebung ebenfalls als einen zentralen Begriff aufgenommen und interpretiert.<br \/>\nWir k\u00f6nnten also diese geradezu g\u00f6ttliche Gabe der Vergebung nutzen, um Gr\u00e4ben zu schlie\u00dfen und Wunden zu heilen. Wir k\u00f6nnten auf unsere Vorw\u00fcrfe verzichten und nicht mehr nachtragend sein. Das ist nicht leicht, denn das empfundene Unrecht macht uns zu Opfern und andere zu T\u00e4tern. Denen m\u00fcssen wir vergeben, auch ohne dass sie bedauern oder gar bereuen! Warum sollten wir das tun? Weil wir so die Opferrolle verlassen und wieder klar denken k\u00f6nnen. Weil es uns, und vielleicht auch die anderen, \u00fcber den oftmals kleinkarierten Streit erhebt und wir so ein ganz klein wenig g\u00f6ttlich sein k\u00f6nnen.<br \/>\nDas passt in diese Zeit der Pandemie und das passt prima in die Weihnachtszeit. Also beruhigen und vergeben wir uns und den anderen, achten auf die Hygieneregeln und feiern ein Weihnachtsfest, dass wir wohl alle so leicht nicht vergessen werden!<\/p>\n<p>Die Mitglieder des Boennering w\u00fcnschen ruhige und durchaus nachdenkliche Weihnachten, ein stilles Sylvesterfest und ein gesundes, normales, neues Jahr.<\/p>\n<p>Auch Lesenswert:<br \/>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.boennering.de\/?p=5597\">TeeJays Weihnachtsgru\u00df 2019<\/a><\/strong><br \/>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.boennering.de\/?p=3773\">TeeJays Weihnachtsgru\u00df 2017<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(von TeeJay) Was soll man in diesen Zeiten in einen Weihnachtsgru\u00df schreiben&#8230;? 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