Spe Salvifacti sumus (Auf Hoffnung hin gerettet)

(von TeeJay)

Wenn Weihnachten naht, befällt uns zumeist das nachvollziehbare Gefühl, dass etwas Besonderes bevorsteht. Und damit ist nicht nur das allzu Offensichtliche gemeint – der Weihnachtsmann, die Geschenke oder das überreichliche Essen. Es sind vielmehr die Gefühle und Gedanken, die in unseren Köpfen kreisen, die abendländisch-christliche Prägung, die uns über Familie und Freundschaft, Leben und Tod, Liebe und Hass und über die Hoffnung der Menschen in dunkler Zeit nachdenken lässt.

Diese merkwürdige Mischung aus Glauben und Aufklärung, aus Mittelalter und Moderne steigt in uns auf und steigert sich zu einer unerfüllbaren Erwartung an diese wenigen Tage am Ende eines jeden Jahres. Jetzt soll alles schön sein, was uns hässlich erschien, harmonisch was monatelang zerstritten war und friedlich, was sich bis jetzt unversöhnlich gegenüberstand.

Wir wissen alle, dass dies nicht gelingen kann, und trotzdem versuchen wir es, alle Jahre wieder – warum? Weil wir Hoffnung haben. Hoffnung ist die große Kraft in uns Menschen, die uns antreibt, uns immer wieder aufstehen lässt und die uns auch in schier ausweglosen Lagen weiterträgt. Mit Hoffnung auf Besserung können wir ausweglos erscheinende Situationen meistern, Missstände beseitigen und Ungerechtigkeiten abschaffen.

Aber, die Hoffnung kann trügerisch sein. Die moderne Welt weckt in uns hohe Erwartungen und verspricht so viel – doch oftmals ist hier die Vielfalt der Optionen gerade die Krise der Zuversicht. Hoffnung kann schwierig sein und Václav Havel hat einmal gesagt, Hoffnung sei eben nicht Optimismus, sei nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.

Wir müssen hier den richtigen Weg finden und dürfen selbst die Hoffnung nicht verlieren – für uns und für andere. Denn wir können etwas, dass uns weit über unsere eigene Existenz hinweghebt: Wir können Hoffnung geben. Hoffnung für die, denen es nicht so gut geht wie uns, denjenigen, die verzweifelt sind. Wir können Ihnen aufhelfen und ihren Weg erhellen und wir können Ihnen neue Zuversicht geben. Das heißt nicht, dass wir damit alle Probleme lösen können, das können wir nicht. Aber mit Hoffnung ändert sich die Sicht auf die Dinge und neuer Sinn stellt sich ein. Diese großartige Gabe ist die Essenz von Weihnachten und wenn wir dies beherzigen, im Großen wie im Kleinen, dann ist Weihnachten nicht nur eine leere Erwartung, sondern ein großes, wunderbares Versprechen für uns alle.

In diesem Sinne wünschen wir vom Boennering e. V. Euch und euren Familien ein friedliches Weihnachtsfest und gute Hoffnungen für das neue Jahr.