The Vinyl Countdown (Part 1)

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Wir sind die musiksozialisierte Generation “Achtziger”. Wir erinnern uns an “Thriller”, “Stop, Girls Go Crazy” und “Der Kommissar”. Und an Schallplatten aus Vinyl. Und dass die Vinylscheibe eigentlich ihr Zeitliches gesegnet hatte. Und wir waren damals der Meinung, dass das auch gut so war! Denn: Die CD stellte die schwarze Scheibe Ende der Achtziger soundmäßig doch vollkommen in den Schatten! Oder? Immer dieses “Knistern” und “Knacken”…
Nun ist die Vinylscheibe wieder da und am Ende stellte sich heraus, dass wir vollkommen vergessen hatten, was es bedeutete, eine Schallplatte zu hören.

Rund 30 Jahre nach dem angeblichen “Ableben” der Schallplatte trafen wir uns am Samstag zu einem Workshop “The Vinyl Countdown”. 2017 ist die Platte erstaunlicherweise auf dem besten Weg, den Tonträger-Markt der Musikindustrie zu retten.
Hifi-Experte Michi stellte für ein Wochenende hochwertiges Schallplatten-Equipment am Ring auf. Wir hatten den Auftrag, Vinyl mitzubringen, das unsere musikalische Biografie darstellt. Jeder durfte fünf Scheiben aussuchen, von denen jeweils maximal zwei Stücke gespielt wurden und die unsere musikalische Entwicklung illustrierten.

Das überraschende Klangerlebnis:
Am Freitag erstellten wir eine “Versuchsreihe” und ergründeten, ob unser Eindruck von damals (“CD besser als Vinyl”) tatsächlich der Wahrheit entsprach. Wir wurden eines Besseren belehrt: soundmäßig ist die CD der Schallplatte ganz und gar nicht überlegen! Der Sound ist anders! Wir fanden folgende Adjektive, um unseren Höreindruck zu beschreiben: “wärmer”, “fülliger” – vielleicht “natürlicher” klang die Schallplatte in unseren Ohren an diesem Abend. Die CD eher “klar”, “differenziert”. Und somit war es schlussendlich dann eine Frage des Geschmacks, der Vorliebe. Wir waren uns einig, dass die Schallplatte den “schöneren” Klang hat.

Das emotionale Gemeinschaftserlebnis:
Aber die Entdeckungsreise in Sachen “Klang” war nur ein Aspekt des “Countdowns”. Viel wichtiger war die Präsentation unserer ausgewählten Stücke: Wir kennen uns schon ein paar Tage, aber nach diesem Wochenende kennen wir uns noch besser.
Alle Teilnehmer hatten sich akribisch auf ihren jeweiligen “Auftritt” vorbereitet, sodass jede Song-Vorstellung zu einem ausgesprochen kurzweiligen Vortrag wurde. Die entstandene Setliste ist unfassbar bunt geworden: Von Alan Parsons Project bis Vanilla Ice, mit Miles Davis und Bonobo zwischendrin. Ein weiterer Beweis, dass der Boennering von einer Gruppe sehr spannender Menschen bevölkert wird.

Die Erkenntnis:
Was war uns in all den Jahren ohne Schallplatten abhanden gekommen? Das gemeinsame Musikhören!
Was hatten wir unterschätzt? Den emotionalen Aspekt des Musikhörens!
Musik hat neben der künstlerischen auch immer eine emotionale Komponente. Verschiedene Musikstücke lösen bei Menschen unterschiedliche Reaktionen aus, Erinnerungen werden geweckt, gute und schlechte Erlebnisse können mit Musik verknüpft sein. Jeder von uns stellte mit dem ausgesuchten Stück und dem Einführungs-Vortrag einen kleinen Teil seiner selbst dar. Vielleicht sogar mehr, als man es in einem normalen Gespräch getan hätte. Das zeugte von Vertrauen, war eingebettet in eine wohlwollende Gruppe und schuf ein großartiges Erlebnis, das sich möglicherweise zum bisherigen Highlight der Boennering-Saison entwickelte.

Das war’s: Als wir noch knisternde, schwarze Scheiben nach der Hälfte umdrehten, nahmen wir uns Zeit zum Musikhören – und teilten dieses Erlebnis mit Freunden.

Wir freuen uns sehr auf Part2 und danken Michi für dieses großartige Wochenende.

Hier noch ein kleiner Film-Tipp in Sachen Musikhören:

Almost Famous (2000 Trailer)

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